Pektinallergie: Symptome, Ursachen, Tipps

Die Pektinallergie ist relativ selten und gehört zu den Lebenmittelallergien, Infos und Tipps zur Allergie gegen Pektin. Pektine sind pflanzliche Polysaccharide, sog. Polyuronide. Ernährungsphysiologisch betrachtet sind Pektine für den Menschen Ballaststoffe. Sie kommen in nahezu allen Pflanzen vor, hier sind sie in allen festeren Bestandteilen, beispielsweise den Stängeln, Blüten, Blättern. Besonders pektinreich sind Pflanzenteile mit relativ zähen/harten Bestandteilen, z. B. Citrusfrüchte oder Fruchtstände von Sonnenblumen. Pektinarm hingegen sind weiche Früchte, z. B. Erdbeeren. Aufgrund ihrer Fähigkeit, Gele zu bilden, sind Pektine in der Lebensmittelindustrie, der Pharmaindustrie oder für Kosmetika ein unverzichtbarer Bestandteil vieler Produkte, in denen sie als Füllstoff, Geliermittel, Stabilisator, Überzugsmittel zbd Verdickungsmittel eingesetzt werden.

Als Lebensmittelzusatzstoff (E 440) wird Pektin u.a. eingesetzt in Konfitüren, Marmeladen, Gelees, Gelierzucker und Süßwaren, Desserts und Speiseeis, Tortenguss, Soßen, Mayonnaise sowie Dauerbackware. Es ist darüber hinaus als Trägerstoff für andere Zusatzstoffe und Aromen zugelassen. Pektine können ebenso wie Agar-Agar, Arrageen oder Alginsäure als rein pflanzliches Ersatzmittel von Gelatine dienen. Ihre Eigenschaften als Verdickungsmittel, Schutzkolloide und Stabilisatoren werden auch in der Pharma- und Kosmetikindustrie genutzt, um die Viskosität und Stabilität von Emulsionen und Supensionen zu erhöhen und verschiedene Gele, Cremes und Pasten zu erzeugen.

Was ist eine Pektinallergie ?

Eine Pektinallergie entsteht in der Regel nicht von jetzt auf gleich, erst wenn unser Immunsystem für das Pektin sensibilisiert wurde erfolgt tatsächlich eine allergische Reaktion. Das bedeutet das eine Allergie gegen ein bestimmtes Lebensmittel auch erst Jahre nach dem ersten Kontakt ausbrechen kann. Wir Essen tagtäglich die unterschiedlichsten Speisen und kommen so häufig mit den unterschiedlichsten Lebensmitteln und Pektinen in Kontakt die zumeist ungefährlich sind. Bei einem Allergiker tritt eine Fehlfunktion des Immunsystems auf, das Immunsystem erkennt zumeist das Eiweiß in der Nahrung als Angreifer bzw. Krankheitskeim und versucht sich dagegen zu wehren.

Das Immunsystem bildet als Abwehrmaßnahme Antikörper gegen das Pektin welche die Abwehrzellen des Körpers die sogenannte Mastzellen aktivieren. Die Mastzellen setzen dann den Botenstoff Histamin frei welcher die Allergischen Symptome auslöst. Bei einer Pektinallergie führt das zumeist zum anschwellen der Schleimhäute in Mund und Nase, aber auch das Verdauungssystem und die Haut können auf das Histamin reagieren. Es kommt dabei oft zu Hautausschlag, Pickeln,Pusteln oder Magenbeschwerden und Durchfall. Wer bereits unter anderen Allergien leidet wie zb. der Latexallergie oder einer Pollenallergie, kann aufgrund von Kreuzallergien auf sofort auf ein Lebensmittel reagieren.

Pektinallergie Symptome

Die Symptome einer Pektibnallergie machen sich zumeist oral bemerkbar, die Symptome treten zumeist am und im Mund sowie der Nase auf. Bei einigen Lebensmittelallergien zeigen sich aber auch Symptome einer Kontaktallergie auf der Haut, zumeist im Gesicht:

  • Aufstoßen, Magenschmerzen, Übelkeit, Erbrechen
  • Ausschlag im Munder, der Zunge oder dem Hals
  • Pickelchen, Bläschen oder Pusteln im Mund
  • Juckreiz der Haut, Hautjucken, Ekzeme, Hautausschlag
  • Allergischer Schnupfen, Jucken der Nase, Laufende Nase, Naselaufen, Dauerschnupfen
  • Atemwegserkrankungen, zb. allergisches Asthma
  • bei einigen lebensmitteln können sogar Lebensbedrohende Symptome auftreten, allergischer Schock.

Bilder zu den Symptomen einer Pektin Lebensmittelallergie

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Wer solche Symptome nach dem Verzehr von bestimmten Lebensmitteln welche Pektin enthalten bemerkt sollt einen Arzt aufsuchen. Der Arzt kann anhand der Angeben die er von Ihnen erhält auf die verdächtige Lebensmittelallergie testen. Zumeist wird hierbei der Pricktest verwendet, man kann bei einigen Lebensmitteln auch einen Bluttest (IgE-Test) durchführen bei dem überprüft wird welche Antikörper das Immunsystem gebildet hat. Einige Allergien sind so selten das es keine speziellen Tests gibt, in solchen fällen kann man auch einen Provokationstest mit dem Lebensmittel bzw. dem verdächtigen Allergen durchführen.

Verwendung als kosmetischer Inhaltsstoff

Pectin (INCI). Funktion: bindend, emulsionsstabiliserend, viskositätsregelnd

Allergische Relevanz

Die inhalative Exposition gegenüber Pektin-Pulver oder -Staub wurde als Ursache von berufsbedingten Asthma bronchiale identifiziert. Eine IgE-mediierte Genese konnte teils mittels positven Prick-Testungen auf Pektin belegt werden. Als Lebensmittelzusatzstoff gelten Pektine als unbedenklich, da sie als unverdauliche Verbindung unverändert wieder ausgeschieden werden sollten. In einem Fall ist dennoch eine Nahrungsmittel-induzierte Anaphylaxie auf Pektin bei einem Kind beschrieben. In der Pricktestung fand sich dabei eine positiven Testreaktion auf Pektin. Es wird zudem eine Kreuzreaktivität mit Cashew-Nüssen und Pistazien vermutet. Gerade bei Patienten mit berufsbedingtem Asthma bronchiale auf Pektin zeigte sich in einzelnen Fällen eine Allergie bzw. Kreuzreaktivät auf Cashew-Nüsse.

Was hilft bei einer Pektinallergie ?

Bei Lebensmittelallergien werden zumeist Antiallergika verschrieben welche die Ausschüttung von Histamin reduzieren oder das Histamin blockieren. In der Regel sind das Tabletten welche auf die jeweilige Ursache vom Arzt abgestimmt werden. Es können aber auch Nasensprays oder Allergietropfen verwendet werden, je nachdem welche Symptome vorhanden sind. Bei Hautausschlägen werden zumeist Salben mit Cortison verschrieben, sie verringern den Juckreiz und behandeln die Entzündung der Haut.

Produkte welche bei Allergien helfen

 
Cortisonsalbe für Allergiker
Cortisonsalbe
Allergietabletten
Allergietabletten
Allergie Nasenspray
Nasenspray

Bei einigen Lebensmittelallergien auf Pektin ist auch eine Desensibilisierung möglich, mit einer spezifischen Immuntherapie wird versucht das Immunsystem an die Allergene zu gewöhnen. Die Behandlung ist allerdings sehr langwierig und kann nicht bei jeder Allergie durchgeführt werden. Oft dauert eine Hyposensibilisierung mehrere Jahre und man muss regelmäßig zum Arzt. Sprechen Sie am besten Ihren Arzt drauf an ob die Möglichkeit dieser Therapie für Ihre Pektinallergie besteht.

Generell sollten alle Lebensmittel mit Pektin vermieden werden auf das man reagiert hat. Man sollte also beim Einkauf immer drauf achten welche Lebensmittel in den Produkten verarbeitet werden welche Pektin enthalten können.

Quellnachweis Auszüge von: http://www.alles-zur-allergologie.de/Allergologie/Artikel/6210/Allergen,Allergie/Pektine/

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