Erdnussallergie: Symptome mit Bildern, Ursachen und Tipps für Allergiker

Erdnussallergie

Die Erdnussallergie gehört zu den gefährlichsten Lebensmittelallergien, neben Juckreiz und Ausschlägen kann eine Allergie gegen Erdnüsse sogar tödlich sein.

Erdnussallergie in Kürze:

Erdnuss Allergiesymptome

  • Allergietyp: Soforttyp-I  Nahrungsmittelallergie, die Allergie wird durch den Verzehr von Erdnüssen ausgelöst.
  • Symptome: Magenschmerzen, Übelkeit, Juckreiz und Schwellungen, Mund, Lippen, Zunge, Hautausschlag
  • Allergietest: Pricktest, IgE Bluttest, Provokationstest
  • Medikamente: Allergietabletten, bei Hautausschlag Salbe
  • Desensibilisierung: Vom Arzt beraten lassen

Bei einer Erdnussallergie verspüren Allergiker nach dem Verzehr von Erdnüssen häufig ein jucken im Mund oder bekommen einen Ausschlag auf der Zunge, den Lippen oder im Gesicht. Häufig treten nicht nur Symptome in Mund oder Rachen auf sondern es kommt zu Hautausschlägen und Entzündungen der Haut, in schlimmen Fällen sogar zu einem allergischen Schock mit Kreislaufproblemen. Die Erdnussallergie ist zudem sehr weit verbreitet und besonders Kinder und Jugendliche sind besonders häufig betroffen.

Die Erdnuss stammt ursprünglich aus Südamerika und ist die Frucht des Arachis Hypogeae Strauches, der zur Pflanzengruppe der Hülsenfrüchte gehört. Allergiker mit Erdnussallergie müssen auf viele Produkte achten, die Nüsse findet man in Snacks, Schokoriegeln, Keksen, Kuchen, Torten, Süßpeisen und Speiseeis. Aus den Erdnüssen wird auch Speisesöl gewonnen welches in Salaten oder zum Braten verwendet wird.

Was ist eine Erdnussallergie ?

Die Erdnussallergie ist besonders gefährlich und besitzt ein sehr hohes Allergie Potential hauptsächlich sind die Proteine Ara H 1, 2, 6 oder Ara h 8, 9 für allergische Reaktionen verantwortlich. Die meisten Lebensmittel Allergien lösen allergische Reaktionen oft erst ab einer größeren Menge aus, bei der Erdnussallergie ist das aber anders. Erdnüsse können schon in kleinsten Mengen sehr heftig allergische Reaktionen auslösen welche sogar tödlich enden können.

Eine Erdnussallergie entwickelt sich wenn das Immunsystem für das Allergen sensibilisiert wurde, zumeist geschieht das erst wenn man mehrfach Kontakt mit Erdnüssen hatte. Unser Immunsystem erkennt das Allergen der Erdnuss (Ara H2, Erdnusseiweiß) als Angreifer und bildet Antikörper welche die Produktion des Hormons Histamin auslösen. Das Histamin ist für die typischen Symptome einer Erdnussallergie verantwortlich. Besteht bereits eine Kreuzallergie zu anderen Nüssen oder Hülsenfrüchten können auch Sofortreaktionen auftreten, wenn man Erdnüsse gegessen hat.

Erdnussallergie Symptome

Durch die Erdnuss können Symptome einer Lebensmittelallergie ausgelöst werden:

Reaktionen auf den Verzehr von Erdnüssen sind:

  • Jucken von Mund, Lippen, Zunge, Rachen
  • Anschwellen der Schleimhäute in Mund und Nase
  • Hautausschlag, Pusteln, Pickel und Hautrötungen, Hautjucken
  • Magenbeschwerden, Unwohlsein, Durchfall und Erbrechen
  • Kreislaufprobleme, Atembeschwerden, allergisches Asthma
  • In schweren Fällen, ist auch ein allergischer Schock möglich der bei einer Erdnussallergie tödlich sein kann.

Die Bilder zu den Symptomen der Erdnussallergie entsprechen einer Lebensmittelallergie:

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Wer solche Symptome bei sich nach dem Verzehr von Erdnüssen bemerkt, sollte umgehend einen Arzt aufsuchen, bestehen bereits Atemnot oder Kreislaufprobleme sollte man direkt den Notruf 112 wählen, im Notfall kann der Arzt am besten helfen. In jedem Fall sollte man aber auch bei leichten Symptomen einen Arzt aufsuchen, er kann mit einem Allergietest feststellen worauf man reagiert hat. Wer bereits den Verdacht hat das Erdnüsse schuld sind sollte dieses dem Arzt mitteilen. Der Arzt kann dann anhand Ihrer Angaben einen geeigneten Test auswählen, zumeist wird ein Pricktest oder IgE Antikörper Test vorgenommen um die Allergie zu verifizieren.

Kreuzallergien bei Erdnüssen

Wie schon erwähnt können zur Walnuss verschiedene Kreuzallergien bestehen. bei einer Kreuzallergie reagieren Allergiker auf Allergene in anderen Nüssen, Früchten oder Pollen welche denen der Erdnuss ähneln. Daher kann es auch beim Verzehr oder dem Kontakt mit Pollen von Artverwandten Pflanzen zu allergischen Reaktionen kommen zb. Gräserpollen. Allergiker mit Erdnussallergie können aufgrund der Kreuzallergien auch auf andere Nüsse reagieren, dazu gehören die Pekannuss, die Walnuss sowie Haselnüsse und Macadamia-Nüsse, Kreuzallergie zu anderen Nussarten treten sehr häufig auf. Allerdings ist die Erdnuss nicht mit den Nüssen verwandt, die Erdnuss ist eigentlich eine Hülsenfrucht, daher bestehen auch Kreuzallergien zu Soja, Erbsen oder Bohnen.

Erdnussallergie Behandlung

Akute Symptome der Erdnussallergie lassen sich auch behandeln, in jedem Fall sollte man einen Arzt aufsuchen. Häufig verschreibt der Arzt dann Medikamente gegen die einzelnen Symptome. Bei Juckreiz im Mund, der Zunge oder Problemen bei der Verdauung mit Übelkeit und Durchfall werden oft Allergietabletten verschrieben. Die Antihistaminika verringern die Ausschüttung von Histamin oder verhindern die Produktion des Hormons. Es gibt auch spezielle Medikamente welche gegen den Durchfall helfen.

Bei Symptomen auf der Haut wie einem juckenden Hautausschlag werden oft Salben verschrieben. Die Salben und Cremes enthalten zumeist Cortison welches die Entzündung der Haut behandelt und den Juckreiz schnell abklingen lässt.

Produkte für Nussallergiker

 
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Erdnussallergiker welche bereits ein Asthma entwickelt haben und evt. unter Atemnot leiden, sollten immer ein Aerosol mit sich führen welches die Atemwege befreit wenn der Ernstfall eintritt. Welche Medikamente man verwendet, sollte immer mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden. Auch wenn die meisten Antiallergika rezeptfrei erhältlich sind sollte man genau wissen ob diese auch wirklich für die eigenen Allergiesymptome geeignet sind. Erdnussallergiker sollten sich vom Arzt ein Notfallset für unterwegs zusammenstellen lassen, mit dem man sofort die ersten auftretenden Symptome bekämpfen kann.

Die Forschung ist bei Lebensmittelallergien sehr aktiv und es werden aktuell einige Medikamente entwickelt die auch bei der Erdnussallergie helfen sollen. Dazu gehört das Medikament TNX-901 welches allerdings bisher nur in der Forschung verfügbar ist. Bei Tests konnten Allergiker welche schon auf eine halbe Erdnuss reagiert haben mit dem Medikament bis zu 8 Erdnüsse vertragen. Das lässt hoffen das es bald wirksame Medikamente für Erdnussallergiker gibt.

Erdnussallergie, was hilft? Tipps und Infos

Wurde die Allergie durch einen Allergietest verifiziert sollte man auf jeden Fall auf den Verzehr von Erdnüssen verzichten. Auf der Verpackung von Lebensmitteln muss angegeben sein welche Inhaltsstoffe vorkommen können, unter anderem findet man auch oft den Hinweis „kann Spuren von Nüssen enthalten„. In Europa müssen auf der Verpackung alle Inhaltsstoffe aufgelistet werden welche für Allergiker gefährlich sein können.

Auch Erdnussöl zum Braten sollte man vermeiden da Erdnussallergene hitzestabil sind, im Restaurant sollte man immer nachfragen ob Erdnüsse in irgendeiner Form im Essen vorkommen können. Erdnüsse verstecken sich in vielen Lebensmitteln, aufgrund der Gefährlichkeit der Erdnussallergie sollte man sich immer sehr genau Informieren. Helfen kann auch ein Ernährungsberater der einen Diätplan erstellen kann in dem garantiert keine Erdnüsse enthalten sind.

Desensibilisierung & Orale Immuntherapie gegen Erdnüsse

In einigen Studien konnte bereits nachgewiesen werden das eine Immuntherapie gegen die Erdnussallergie helfen kann. Eine Allergie kann zwar grundsätzlich nicht geheilt werden, aber man kann das Immunsystem an das Allergen gewöhnen. Bei einer Desensibilisierung gegen Erdnüsse werden dem Allergiker kleine Mengen des Allergens über einen längern Zeitraum verabreicht. So soll sich das Immunsystem an das Allergen ARA H2 gewöhnen und bei einem Erfolg nicht mehr so stark auf Erdnüsse reagieren. Die Allergie ist damit aber nicht verschwunden oder geheilt. Die Antikörper lassen sich auch nach einer erfolgreichen Behandlung noch nachweisen. Allerdings verschwinden mit ein wenig Glück die gefährlichen Symptome der Erdnussallergie.

Wichtig: Unsere Informationen zur Erdnussallergie dienen nur der Information und ersetzen nicht den Besuch beim Arzt. Wer Probleme mit Erdnüssen hat sollte in jedem Fall einen Arzt aufsuchen.

Quellangaben: Allum.de, Allergiefreie-Allergiker.de, daab.de

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